|Home|Wir über uns|Aktuell|Projekte|Veranstaltungen|Kontakt|Links|Mitglied werden|

 

Hornissen in Langenhagen

Ein Projekt mit der Jugend


Dieses Projekt erhielt in Verbindung mit unserer Wildbienenwand den »Heinz Sielmann Schul-preis 2003«.

mehr »


Hornissen sind vielen Menschen unheimlich, denn eine alte Mär sagt: "Drei Stiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd!" Damit solche Märchen sich nicht weiter ausbreiten, führte die NVL im Sommer 2003 ein Seminar über Stechimmen durch. Das Ziel war, Jugendliche zu Naturschutzberater/innen für Hornissen, Wespen und Wildbienen auszubilden.

An einem schönen Samstag im Juni folgte der Dipl.-Biologe Rolf Witt aus Oldenburg unserer Einladung und kam zum "Naturschutzberater-Seminar" in den Wasserturm im Eichenpark. Herr Witt brachte nicht nur das Wissen, sondern auch viel Anschauungsmaterial mit.
24 Personen nahmen an dieser Ausbildung teil. Die jüngste Teilnehmerin war gerade 11 Jahre alt.
In 8 Stunden harter Arbeit wurde viel Wissen vermittelt über Artenkenntnis, Nestbau, Gifte, Allergien und Umsiedlung. Es folgten noch interessante Rollenspiele über die Tätigkeit des Naturschutzberaters und dann war das Ziel erreicht: die Seminarteilnehmer hatten nun die notwendige Ausbildung zum Naturschutzberater für Hornissen, Wildbienen und Wespen.

Das Seminar wurde bei der Heinz-Sielmann-Stiftung für den Schulpreis: „Ideen für einen Naturschutz von morgen“ eingereicht und erhielt den 1. Preis. Christian Ratsch, Marco Seemann, Moritz Wallert, Clara Weigelin und Carolin Ratsch reisten nach Duderstadt und nahmen die Auszeichnung entgegen.
Soweit zu den erfreulichen Erfolgen auf Bundesebene- doch wie sieht der Einsatz in der täglichen Praxis aus?
In der Folgezeit wurden viele Beratungsgespräche und Ortstermine mit großem Erfolg durchgeführt. Kein Hornissennest musste umgesiedelt oder gar vernichtet werden.
Ein großer Beitrag für den Naturschutz in Langenhagen und Umgebung.



Dipl. Biologe R. Witt bei der Ausbildung


Mit Herz, Hand und Verstand im Einsatz für den Arten- und Naturschutz

Im Jahre 1988 hatte die NVL gemeinsam mit der Klasse 7f der IGS Mühlenberg Schleiereulennachwuchs aus dem Zoo Hannover in Langenhagen ausgewildert, da diese Eulenart durch harte Winter stark im Bestand zurückgegangen war. Durch die Nachzucht und Betreuung des Schleiereulenbestandes durch die NVL gilt dieser heute bei uns wieder als stabil. Dennoch ist es weiterhin wichtig, diesem heimischen Kulturfolger Brutquartiere anzubieten, denn seine althergebrachten Domizile - Heuböden von Ställen und Scheunen - werden immer knapper.


Besonders erfreulich war es deshalb, dass Herr Carsten Engelke sich beim Vorsitzenden der NVL meldete und berichtete, dass sich auf dem Heuboden seines Hauses Schleiereulen eingefunden haben. Einfluglöcher habe er bereits in den Giebel hineingebaut, doch bei der Bereitstellung von speziellen Schleiereulennistkästen sei fachkundige Hilfe nötig. Auch für eine Verbesserung des Jagdgebietes der Eulen wollte der naturbewusste Langenhagener Bürger sorgen und auf seinen Grünflächen Benjeshecken und Feuchtgebiete anlegen lassen.
Die dazu notwendige "man und woman-power" wurde durch die Kooperation von NVL, Sielmann-Rangern der IGS List, naturinteressierten Schülern der IGS Langenhagen mit ihrem Lehrer H.-C. Greeske und dem netten und hilfsbereiten "Haushofmeister" Kazim am 05.04.2005 bereitgestellt.






Die Sielmann-Ranger der IGS List mit ihrem Natur-Lehrer (v.l. Jennifer B., Marvin R., Fabian K., Moritz W., H.-J. Ratsch), Schüler der IGS Langenhagen mit ihrem Biologie-Lehrer (H.-C. Greeske), Kazim und W. Kirschning (NVL)












Vor Beginn der Arbeiten wurde eine Begehung des Heubodens durchgeführt und die gefundenen Gewölle (altdeutsch für "ausgewürgt") genauestens untersucht. Biologieunterricht praktisch und "vor Ort", Interesse der Schüler versteht sich von selbst!









Die von C. Engelke für die Schleiereulen in den Dachgiebel geschnittenen Einfluglöcher sind nicht nur eine willkommene Hilfe für Schleiereulen, sondern auch für andere Eulenarten und natürlich für die stark bedrohten Fledermäuse, die hier in mehreren Arten vorkommen.







Moritz W. und W. Kirschning beim Bau des Schleiereulen-
nistkastens.









Aufbau und Funktion des Nistkastens, mit genauer Lage des Einflugloches und der Bedeutung des Schattenbrettes werden ebenso erklärt, wie die Notwendigkeit der Einstreu, die sich in 17 Jahren NVL -Erfahrung als sehr erfolgreich erwiesen hat.








Einbau des Nistkastens in der Giebelspitze des Heubodens durch Moritz W. und H.-J. Ratsch - natürlich mardersicher!








Die Frontseite mit Einflug- und Kontrolllöchern wird endmontiert.









Parallel zu den Bauarbeiten im Dachgiebel werden die Maßnahmen zur Biotopverbesserung von Schülerinnen und Schülern der IGS Langenhagen und der IGS List gemeinsam durchgeführt. Angedacht ist auch, dieses Feuchtgebiet in das Projekt "Froschkönig ohne Reich" (mehrere NABU-Ortsgruppen und NVL) einzubauen, um dem stark bedrohten Laubfrosch durch Biotopvernetzung wieder mehr Lebensraum in unserer heimischen Natur zu verschaffen.





Benjeshecken geben der ausgeräumten Landschaft wieder Struktur und helfen, den verbliebenen Baumreihen ihren früheren - und ökologisch so wertvollen - Heckensaum wieder zu geben. Für zahllose Tierarten entsteht somit neuer Lebensraum und Nahrungsketten und Nahrungsnetze können hier neu entstehen. Fazit: Artenschutz für einzelne und häufig sehr attraktive und sympathische Tierarten ist ein gute Sache, hilft isoliert aber nicht viel weiter.

Erst wenn wir gemeinsam lernen, vernetzt zu denken und darüber hinausgehend auch zu handeln und uns aktiv für unsere heimische Natur und unsere Mitgeschöpfe einzusetzen, haben wir gute Chancen, auch nachfolgenden Generationen die Schönheit und Vielfalt unserer Pflanzen- und Tierwelt weiterzugeben.


Schulpreis 2003

eine erfolgreiche Kooperation
zwischen Schulen und der NVL

Nach erfolgreicher Ausbildung zu Naturschutzberatern entschlossen sich Schüler/innen und Lehrer der IGS List dieses Projekt für den Heinz Sielmann Schulpreis 2003 einzureichen und gewannen damit auf Anhieb den 1. Preis in der Rubrik "Innovation" unter dem Motto "Ideen für einen Naturschutz von Morgen". Für die hochrangige Jury unter Vorsitz von Professor Hans Köpp (Universität Göttingen) waren vor allem die folgenden Kriterien ausschlaggebend:

  • Relevanz für den praktischen Umweltschutz

  • Beteiligung der Schüler an den jeweiligen Projekten und Bewerbungsunterlagen

  • Pädagogische Zielsetzung

  • Kontinuität der Projekte

  • Originalität der Projekte.



Vorstellung des Projektes auf der Bühne: v.l. Clara, Marco, Christian, Moritz, Carolin

Diesen Anforderungen entsprachen die vorgelegten Projekte "Wildbienennistwand" und "Ausbildung zum Naturschutzberater für Hornissen, Wespen und Wildbienen" in besonderem Maße.


Preisübergabe durch Herrn Professor Heinz Sielmann

Vor der Preisverleihung an die Bundessieger in insgesamt fünf Kategorien waren die Schülergruppen gefordert, ihre Projekte vorzustellen.
Aufgabe war es, mit einer szenischen Darstellung die Naturschutzarbeit auf der Bühne darzustellen. Dafür mussten Dialoge geschrieben, "Drehbücher" geschrieben werden und natürlich auswendig gelernt und immer wieder geprobt werden.
Die fünf Schauspieler machten ihre Sache großartig und der Applaus belohnte sie reichhaltig.
Bei der sich anschließenden Preisverleihung wurden die Ehrenurkunde und ein Scheck über 500,- € überreicht.